Leben und Wohnen im Alter – Wie könnte das aussehen?

Die Wohnformen der Zukunft – Seniorenheime und Altenwohngemeinschaften.

 

Alleine sein mögen eigentlich die wenigsten Menschen. Sicherlich gibt es Menschen die es aushalten oder gar genießen können alleine zu sein, sich selbst genug zu sein. Aber als soziale Wesen suchen Menschen in der Regel Kontakt zu anderen Menschen. Stellt sich die Frage, wie die Wohnformen der Zukunft aussehen könnten. Ansätze gibt es ja einige!

Im alter alleine leben – Muß das sein!

Aus meiner eigenen Erfahrung als Krankenpfleger konnte ich in den letzten Jahren oft sehen, wie es Menschen ergeht, die alleine sind. Richtig alleine. Familie gab es oft nicht mehr, oder die Kontakte innerhalb der Familie waren zerrütet.

Einsame Menschen haben etwas an sich was man nur schwer beschreiben kann. Aber bei allen ist er gleich. Alleine sein, das suchen sich die wenigsten Menschen selbst aus. Und es gibt, so finde ich auch einen riesigen Unterschied, zwischen alleinesein und der inneren Einsamkeit.

Kamen diese Menschen zu uns auf Station, zeigten sich diese sozial sehr isoliert. Die vielen Menschen, Patienten haben Sie anfänglich sogar geängstigt, verwirrt. Doch je mehr die Zeit verstrich umso entspannter zeigte sich dieses Patientenklientel. Geradezu ein „Aufblühen“ war zu erkennen. Und das was so verschüttet wirkte, kam mit einem mal zu Tage und man hatte ein ganz andern Menschen vor sich. Somit zeigt sich, dass Menschen die durch Einsamkeit in die Isolierung drifften psychisch Veränderungen zeigen und sogar krank daran werden können.

Auf der Station ist also ein klare Verbesserung des sozialen Bildes zu erkennen. Doch sobald diese Menschen vom Sozialarbeiter auf eine neue Wohnsituation angesprochen werden, zeigen Sie ein enormes Abwehr- und Abhlehnungsverhalten. Warum ist das so?
Hat dies etwas mit Vorstellungen zu tun die bei bestimmten Jahrgängen auftreten? Die Psychiatrie befasst sich ja mit den Menschen im stationären Verlauf anders als auf somatischen Stationen (innere, chirugische Stationen)

Patienten zu überreden macht gar keinen Sinn, obwohl man selber weiß, das eine Veränderung der Wohnsituation zur Verbesserung der Gesamtsituation und der erneut drohenden Isolation vorbeugt.

Dabei ist das Wohnen im Alter heutzutage ein Thema das für viele Menschen eine ganz wesentliche Fragestellung ist. Wie will ich im Alter leben? Und was ist für mich Alter?

Betreutes Wohnen – Alten Wohngemeinschaften? Mehr als eine Altenative?

Wohnen im Alter bedeutet nicht zwangsläufig das man ins „Altenheim“ gehen muß. „Altenheim“ klingt wie ein Begriff aus ganz weiter, grauer Vorzeit. Ich glaube daher kommen auch die Vorbehalte und Ängste der Senioren.

Denn die „Altenheime“ von früher waren sicherlich alles andere als ein „Heim“ wo man sich heimisch fühlen konnte. Heutzutage mag es schon ein wenig anders aussehen. Und trotzdem muß dahingehend immer wieder bei älteren Menschen Aufklärungsarbeit und Überzeugungsarbeit geleistet werden. In den letzten Jahren kamm über die Medien vermehrt der Begriff „Alten-Wg´s“ oder „Senioren Wohngemeinschaften“ auf. Hier leben,
vor allem selbstgewählt, Menschen verschiedenen Alters in Wohngemeinschaften zusammen. Junge Familien und ältere Paare oder auch alleinstehende Senioren leben zusammen.
Ein Konzept was gar nicht mehr wegzudenken ist und sich in vielen Bundeländern durchgesetzt hat. Manche dieser Senioren Wohngemeinschaften haben sich schon sehr früh zusammengetan und „miteinander“ geplant, wie sie im Alter leben möchten. Erst waren es nur Senioren. Doch irgendwie fehlte dort was. Die Jugend. Junge Familien sind zum Beispiel in verschiedene Projekte mit reingeholt worden. Allerdings auch mit einigen Aufgaben. Nämlich ein Auge auf einander zu haben. Etwas was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wurde hier als Aufnahmekriterium benutzt. Aber auch hier im gegenseitigen.

Denn auch die Senioren hatten dann auf einemmale Aufgaben! Mal auf die Kinder der jüngeren Mitbewohner aufzupassen, Schulaufgabenhilfe, einfach ein miteinander. Genau diese Wohnprojekte, ich hoffe ich beschreibe diese richtig, haben wir eigentlich auf Station. Hier sind nämlich alt und jung zusammen stationär mit ihren Erkrankungen. Und es findet ein wirklich reger, menschlicher Austausch statt. Dieses miteinander
ist sicherlich einer der wesentlichen Aspekte die vielen Patienten aus ihren psychischen Krisen herausholen.

Und wenn ich in verschiedenen Gruppengesprächen und Einzelgesprächen den Patienten diese Beobachtungen geschildert habe, veränderte sich auch langsam das Denken und die Vorbehalte über das Wohnen in Seniorenheimen. Das Wort „Altenheim“ sollte man sowieso mal aus dem Duden heraus nehmen.

Also am Ende noch mal die Frage: Wie möchten Sie im Alter leben? Denken Sie mal bei einer Tasse Tee, oder Kaffe darüber nach. Sprechen Sie auch mit Freunden und Bekannten darüber. Sie werden sehen, sie stehen sicherlich nichtalleine mit diesen Gedanken dar.

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